Dienstag, 15. November 2011

Tagesablauf

Wie sich ein normaler Tag in unserer Klinik abspielt...Jeden Morgen laufen wir um 7.40 von unserem Guesthouse los, wegen des ziemlich grossen Verkehrs tragen wir unseren Mundschutz auch ausserhalb der Klinik. Auf unserem Weg begegnen wir vielen Kindern, die gerade auf dem Weg zur Schule sind, Erwachsenen, die sich die Phnom Penh Daily News kaufen oder auf der Strasse ihr Morgenessen zubereiten und geniessen. An mehreren Tagen sind wir auch einer Hochzeitsgesellschaft begegnet, die sich in einem geschmückten Zelt auf der Strasse abspielte. Unsere Klinik ist um diese Zeit meistens noch leer, da unsere Gehilfinnen gerade bei ihrem Frühstück, welches meistens aus Reis, gebratenem Fleisch/Fisch und etwas Gurken besteht, sitzen. Ohne Stress machen sie sich nach 8 Uhr, wo wir schon umgezogen und parat auf die ersten Kinderlein warten, langsam auf den Weg in die Klinik, wo sie noch schnell alle ihre Zähne putzen. Sogar Zahnseide wird hier verwendet.

Hochzeitszelt
Frühstück


An einem Morgen werden bis zu 12 Kinder pro Person behandelt, nach jeder Behandlung wird die Krankengeschichte ausgefüllt, etwas spärlicher als in der Schweiz, jedoch längst genügend. Unsere Gehilfinnen putzen in dieser Zeit den Stuhl und bringen die Instrumente in die Steri.
Steri

Krankengeschichten

Klinik


Praktisch bei jedem Patienten wird eine bis mehrere Füllungen gelegt, meistens bei den 6ern okklusal, Milchzähne oder hoffnungslose 6er gezogen und Zahnreinigungen durchgeführt. Bei unkooperativen Kindern wird Sombo, unsere Klinikzahnärztin gerufen, die die Kinder auf Kambodschanisch zurechtweist.Wenn alle Kinder fertig behandelt sind, wird zuerst ein kleiner Snack gegessen, damit die Helferinnen genügend Energie zum aufräumen haben.

Dienstag, 8. November 2011

Siem Reap und die Tempel von Angkor Wat

Da gerade das Wasserfest in Kambodscha stattfindet und unsere Klinik für 3 Tage geschlossen bleibt, nutzten wir die Gelegenheit und fuhren ins etwa 330km entfernte Siem Reap um die bekannten Tempel von Angkor Wat zu besichtigen. Auch hier wurden wir in unserem Guesthouse sehr herzlich empfangen. Am ersten Tag machten wir mit einem Tuk-Tuk die grosse Tour mit den Tempeln Banteay Srei, Pre Rup, East Mebon, Ta Som und Preah Khan. Schon der erste Tempel raubte uns den Atem..und es wurde nur noch besser..Der Eine schöner als der Andere..Wir kletterten, stiegen 100te von Treppen, zündeten Räucherstäbchen an und beteten zu Buddha.
Beeindruckt von der Grösse und der Schönheit der Tempelanlage fuhren wir gegen Abend müde aber glücklich zu unserem Guesthouse zurück. Am nächsten Tag entschieden wir uns, die kleine Tour mit den Tempeln Angkor wat, Angkor Thom, Ta Prohm, Banteay Kdei mit dem Velo zu absolvieren. Wir mieteten in unserem Guesthouse 3 Velos, die schon etwas verrostet aber trotzdem angenehm zu fahren waren. Wir strampelten von einem Tempel zum anderen, dazwischen hatten wir die Möglichkeit uns die Landschaft anzuschauen, dabei sahen wir viele Kühe, lustige Büffel und Äffchen, die Bananen oder Lollipops am Essen waren. Der beeindruckendste Tempel war der Angkor Wat Tempel, wo wir stundenlang die ganze Tempelanlage mit ihren Gärten, Gewässern und wunderschönen Steingemälden bewundert haben. Beim zurückfahren fiel bei einem Velo die Kette etwa 5 mal nacheinander raus, zum Glück hatten wir Meret dabei, die sich als kleiner Velomechaniker entpuppte, doch als es dann gar nicht mehr ging, mussten wir in einer kleiner Werkstatt am Strassenrand das velo flicken lassen. In ein Paar Minuten war alles wieder in Ordnung und wir fuhren nach Hause.







Sonntag, 6. November 2011

Karaoke und Gefängnis

Freitag Abend gingen wir mit den Mädels in ein Khmer-Restaurant. Nach einem leckeren Essen fuhren wir zu einer Karaoke-Bar, da unsere Helferinnen während dem arbeiten ständig am singen waren und wir sie deshalb mal in Action sehen wollten. Eine der Mädchen sagte, sie kenne eine super Karaoke-Bar, wo es auch englische Songs hat, damit auch wir beim Singen nicht zu kurz kommen. In einer Seitenstrasse, wo es ziemlich ruhig war im Vergleich zum Rest der Stadt, hielten wir an. Eine Karaoke-Bar war aber weit und breit nicht zu sehen..Die Mädchen führten uns in ein Haus, wo es wie in einer normalen Wohnung aussah. Am Badezimmer vorbei stiegen wir die Treppe hoch und gelangten so in ein Zimmer, wo ein Sofa, ein Tisch und ein Fernseher mit zwei Mikrofon waren, das war alles..keine anderen Leute, nur wir. Etwas verdutzt setzten wir uns auf das Sofa und fragten, ob das jetzt wirklich DIE Karaoke-Bar ist, denn wir haben uns das etwas anders vorgestellt. Allem Anschein nach war es hier so üblich. Nach ein Paar Schwierigkeiten mit dem Fernseher, der Lautstärke, der Liederauswahl und den Mikrofonen funktionierte schlussendlich alles und nach einigen Khmer-Liedern die uns Sophal vorsang kamen wir dann an die Reihe und gaben das Mikrofon bis spät Abends nicht mehr aus der Hand. Ein lustiger, gelungener Abend.





Karaoke-Bar!?!



Samstag Morgen, 6.00 Uhr Tagwache, denn kurz  vor 7.00 Uhr  erwarteten wir einen Bus, der uns in ein Cambodianisches Gefängis fährt. Wir hatten die Aufgabe, beziehungsweise die Möglichkeit, Insassen zu behandeln. Da aber für die Cambodianer Pünktlichkeit ein Fremdwort ist, warteten wir schlussendlich 40min auf unseren  Bus. Wir waren alle drei sehr gespannt was uns erwartete. Wir erhielten T-shirts für das Gefängnis und dann schauten wir zuerst mal zu, wie sich aus dem Essraum eine Zahnklinik entpuppte. Es wurden 6 Klappstühle aufgestellt, rechts daneben jeweils eine aufgestellte Koffer mit zwei Winkelstücken, Luftbläser und einer Sauge, welche jedoch nicht funktionierte. Auf der linken Seite wurde die Operationslampe installiert und am Fusse des Stuhles jeweils ein Abfalleimer.
Auf den Esstischen wurde das ganze Material (Zangen, Hebel, Komposit und sontiges Instrumentarium ausgebreitet). 
Während unser Team die Mobile Klinik aufstellte, machten die Insassen im Hintergrund beim Morgentraining mit. Bevor Sie sich dann zu uns auf die Stühle setzten, machten die Medizinstudenten ein Check up.
Wir durften dann jeweils mit einem Zahnmedizinstudent/-In an einem Stuhl arbeiten.
Da sie von uns gerne etwas lernen wollten, begannen wir gleich mit behandeln und sie assistierten uns so gut es ging. Denn wie bereits gesagt, konnte der Speichel und das Wasser nicht abgesaugt werden, sondern musste vom Patient jeweils in den Abfalleimer ausgespuckt werden.
Zum Vergnügen, einige Zähne ziehen zu können,  kamen wir zwar leider nicht, denn die meisten dieser Insassen wollten selbst die kaputtesten Zähne nicht ziehen lassen. Dafür aber wurden von den Studenten auch Wurzelbehandlungen an den Frontzähnen durchgeführt, jedoch nicht ganz so wie wir es in der Schweiz gelernt haben. Da muss man schon fast zwei Augen zudrücken…. ;)
Es war ein spezielles Erlebnis an Klappstühlen und zwischen herumlaufenden Hünden eine Füllung zu machen. 







 


Mittwoch, 2. November 2011

3 Woche, Mittwoch

Heute war ein Kinderreicher Tag...Am Morgen haben wir wieder fleissig in der Klinik gearbeitet. Wir machten auch heute wiedermal eine weitere neue Erfahrung und zwar mit Downsyndrom Kindern. Die Kinder waren unglaublich süss und interessiert wie wir arbeiteten und steckten überall ihre Nase rein. Es war natürlich nicht ganz einfach, diese Kinder dazu zu bringen, möglichst ruhig zu liegen und den Mund nonstopp offen zu halten, um eine Füllung oder sogar nur ein Zahnreinigung zu machen. Es war jedoch eine Riesenfreude das Möglichste für diese Kinder zu tun und sie von ihren Zahnschmerzen zu befreien.

Am Nachmittag hatte Meret und Hana das Vergnügen, in einem Waisenhaus den Kindern das Zähneputzen beizubringen. So fuhren wir mit dem Tuk-Tuk ins Waisenhaus "A new day". Nach einer kurzen Besichtigung gingen wir mit der ersten Gruppe ins Klassenzimmer und Hana durfte als erste beweisen, dass sie auch eine gute Hygieneinstruktorin ist, genau so wie wir das bei Dr. Ramseier gelernt haben.... Die Kinder sassen gespannt auf den Bänken und schauten zu, als ihnen erklärt wurde, wie man richtig Zähne putzt. Nachdem es an einem Gebiss vorgeführt wurde, kam ein Kind nach dem anderen nach vorne, um vorzuführen, ob auch alles richtig verstanden wurde. Bei der zweiten Gruppe war dann Meret an der Reihe, die den Kindern vorführte, wie man richtig Zähne putzt. Auch hier hörten die Kinder gespannt zu und zeigten danach, was sie gelernt hatten. Wir waren erstaunt, wie interessiert die Kinder zugehört und mitgemacht haben. Danach nahmen uns die Kinder an der Hand und führten uns in ihre Zimmer um uns zu zeigen, wie sie dort leben. In jedem Zimmer waren doppelbetten, alles farbenfroh und ordentlich aufgeräumt. Nach der Zimmerbesichtigung ging es wieder nach draussen, wo die Kinder Englisch unterricht hatten. Wir setzten uns zu ihnen auf die Bänke und hörten gespannt zu. Die Kinder haben uns sofort in ihr Herz geschlossen (umgekehrt natürlich auch) und wir konnten keinen Schritt mehr machen, ohne dass wir von 10 Kindern umarmt und herumgerissen wurden. Wieder durften wir ihnen vorsingen und mussten ihnen sogar den Text aufschreiben, damit sie ihr Lieblingslied Heidi lernen konnten. Nach der Englischlektion wollten die Kinder umbedingt, dass wir noch bleiben und ihnen am Abend beim Fussballtraining zuschauen. Bei diesen vielen Hundeblicken konnten wir natürlich nicht nein sagen. Bis dahin gab Hana Gesangsunterricht und Meret durfte wieder einmal zum Zöpfchenflechten hinhalten. Alle waren von ihren schönen Haaren begeistert. Um 6 fuhren wir dann stehend in einem Lastwagen mit allen Kindern zum Fussball und schauten ihnen zu. Der Abschied war sehr schwer, denn die Kinder sind uns sofort ans Herz gewachsen. Wir haben an diesem Nachmittag so viel Liebe und Zuneigung bekommen und werden noch lange an all diese süssen Kinder mit einem Lächeln im Gesicht denken.








Dienstag, 1. November 2011

3 Woche, Dienstag

Nachdem wir gestern frei hatten, weil es ein Feiertag war, freuten wir uns um so mehr, heute endlich wieder in die Klinik gehen zu dürfen. Wir haben die Kinder und unsere Helferinnen schon ein wenig vermisst. Den Morgen verbrachten wir damit, ein paar Füllungen zu machen und Zähne zu reinigen. Nach dem Mittagessen fuhren wir in eine French School, wo Sombo, unsere Klinikzahnärztin jeweils am Dienstag und Donnerstag Nachmittag arbeitet. Wir fuhren aus der Stadt hinaus in eine ländliche Gegend am Fluss Mekong, wo es langsam etwas grüner, dafür umso ärmer wurde. Angekommen erwartet uns eine grosse, türkisblaue Schule. Im Innenhof war es leer, die Mädchen sassen schon brav in den Klassenzimmern, wo sie alle im Chor vorlasen oder Aufsätze schrieben. Scheu schauten sie uns an, als wir neugierig unsere Köpfe in die Zimmer steckten. In einem weteren Zimmer sassen die Mädchen an Computern. Es überraschte uns, wie modern alles eingerichtet war. Weiter sahen wir Mädchen, die draussen Hausaufgaben machten oder gerade in der Gruppe am Seilspringen waren.
Alle tragen die gleiche pinkige Schuluniform, egal ob jung oder bereits etwas älter. Danach gingen wir ins Behandlungszimmer, wo Marie-Anne, eine Volunteerin aus Frankreich darauf wartete, bis die ersten Patienten eintrafen. Auch hier wurden Zähne gezogen, Füllungen gelegt und Reinigungen durchgeführt. Die Stühle sind hier etwas moderner als die in unserer Klinik.










Um 17 Uhr, kurz vor Schulschluss, stellten sich die Kinder jeder Klasse in eine Reihe. Die Kinder tragen alle den gleichen Rucksack, und pro Klasse zusätzlich noch dieselbe Rucksackfarbe. Wie im Militär standen 100te von Kindern auf dem Vorplatz, alle bereits mit ihren Velohelmen auf dem Kopf und warteten darauf, dass die Schulleiterin sie nach Hause entliess. Alle stürzten sich zu ihren Fahrrädern, die von der Schule gesponsert werden und fuhren nach Hause. Ein weiterer eindrücklicher und spannender Tag ging zu Ende und wie immer freuen wir uns schon extrem auf morgen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Sonntag

Heute Nachmittag hatten wir ein Treffen mit Sophal, einer unserer Gehilfinnen. Da sie in der Woche und Sonntags jeweils am Nachmittag in verschiedenen Waisenhäusern Khmer-Tanz unterrichtet, wollten wir sie heute begleiten, um einmal live dabei zu sein und auch zu sehen, wie die Waisenhäuser aussehen, aus welchen die meisten unserer kleinen Patieten stammen.Wir fuhren mit dem Tuk-Tuk in ein etwas ärmeres Viertel, wo wir vor dem Waisenhaus eine Horde Fussball spielender Mädchen vorfanden. Als sie uns sahen, rannten sie sofort auf uns zu, um uns zu begrüssen. Zusammen machten wir uns auf den Weg in ein zweites Gebäude, wo wir uns auf eine Terasse setzten und gespannt auf die Tänze der Mädchen warteten. Zuerst wurde gedehnt, und zwar von Kopf bis Fuss. Da zeigte sich schon, dass einige der Mädchen extrem gelenkig waren. Meret probierte es auch, aber war nicht ganz so beweglich wie die Tänzerinnen ;).

Danach stellten sich die Mädchen in eine Reihe und während unsere Gehilfin zu singen anfing, tanzten die Mädchen mit langsamen, eleganten Bewegungen los. Schon bald war alle Scheu überwunden und die Mädchen führten uns neben den Khmer-Tänzen noch auf Englisch ein kleines Theater vor, welches wir sehr amüsant fanden. Danach munterten wir die Mädchen auf, uns noch etwas vorzusingen, auf Khmer und Englisch, auch "My heart will go on" war dabei. Am Schluss haben wir ihnen noch Heidi vorgesungen, welches ihnen sehr gefallen hat und Hana ihnen dann noch die erste Strophe des Lieds beibrachte.

Ein weiteres Mal waren wir sehr über die Fröhlichkeit der Kinder überrascht und gingen erfreut und glücklich nach Hause.




Die Mädchen am Dehnen...


Samstag, 29. Oktober 2011

Freitag Abend

Heute war der letzte Tag von Dr. Tom in Kambodscha, und so ging es am Abend mit der ganzen Clique zuerst in ein Khmer-Soup Restaurant. Zu Essen gab es zuerst gebratenen Reis, (wird hier oft vor jedem Essen zu sich genommen, um Magenbeschwerden vorzubeugen) danach etwas ähnliches wie Fondue Chinoise, einfach zusätzlich zur Bouillon noch ein Kohlegrill in der Mitte, wo man sich sein Fleisch anbraten konnte..Das Essen schmeckte ausgezeichnet..wie immer hier. Danach schleppten uns unsere Gehilfinnen in die legendäre Blue Chilli Bar, wo jeden Freitag und Samstag verschiedene Dragqueens ihre Shows hinlegen. Wir kamen gar nicht mehr hinaus aus dem Staunen, was sich alles vor unseren Augen abspielte. Für uns alle war es das erste Mal, dass wir sowas sahen, und wir werden es bestimmt nicht so schnell wieder vergessen ;-)



Jame, der Sohn unserer Klinikzahnärztin, ein Energiebündel

Freitag, 28. Oktober 2011

Freitag

An diesem Morgen wurden wir zusätzlich zu einer fröhlichen Dentalassistentin noch von zwei lachenden, ungeduldigen Jungs empfangen. Die zwei konnten es kaum erwarten, sich bei uns auf den Stuhl zu setzen. Das Lachen verging ihnen zwar etwas als Ihnen der Zahnstein entfernt wurde....



Meret und ihr süsser Patient



Im Verlauf vom Morgen lagen auf Hana's und Meret's Stuhl zwei Schlingel, es waren Brüder, das bemerkten wir ziemlich schnell. Hana wollte einen Zahn ziehen und setzte zuerst mal eine Spritze, dies ging noch ganz gut, als sie aber dann zur Zange griff, war der Knabe auf und davon und kam nicht mehr zurück. Nicht viel anders reagierte dessen Bruder, als Meret mit dem Ultraschall nur schon in die Nähe des Zahnes kam. Der Junge riss die Serviette weg und rannte hinaus...Etwas später erfuhren wir dann, dass die beiden aus Vietnam stammen. Dies zeigte einmal mehr wie die Kinder aus Cambodia tapfer und ruhig hinhalten, uns täglich ein Lächeln schenken und sich jeweils nach der Behandlung noch bei uns bedanken.... zumindest die gut erzogenen.



Ein Junge mit wunderschönen Zähnen, eine Ausnahme