Sonntag, 30. Oktober 2011

Sonntag

Heute Nachmittag hatten wir ein Treffen mit Sophal, einer unserer Gehilfinnen. Da sie in der Woche und Sonntags jeweils am Nachmittag in verschiedenen Waisenhäusern Khmer-Tanz unterrichtet, wollten wir sie heute begleiten, um einmal live dabei zu sein und auch zu sehen, wie die Waisenhäuser aussehen, aus welchen die meisten unserer kleinen Patieten stammen.Wir fuhren mit dem Tuk-Tuk in ein etwas ärmeres Viertel, wo wir vor dem Waisenhaus eine Horde Fussball spielender Mädchen vorfanden. Als sie uns sahen, rannten sie sofort auf uns zu, um uns zu begrüssen. Zusammen machten wir uns auf den Weg in ein zweites Gebäude, wo wir uns auf eine Terasse setzten und gespannt auf die Tänze der Mädchen warteten. Zuerst wurde gedehnt, und zwar von Kopf bis Fuss. Da zeigte sich schon, dass einige der Mädchen extrem gelenkig waren. Meret probierte es auch, aber war nicht ganz so beweglich wie die Tänzerinnen ;).

Danach stellten sich die Mädchen in eine Reihe und während unsere Gehilfin zu singen anfing, tanzten die Mädchen mit langsamen, eleganten Bewegungen los. Schon bald war alle Scheu überwunden und die Mädchen führten uns neben den Khmer-Tänzen noch auf Englisch ein kleines Theater vor, welches wir sehr amüsant fanden. Danach munterten wir die Mädchen auf, uns noch etwas vorzusingen, auf Khmer und Englisch, auch "My heart will go on" war dabei. Am Schluss haben wir ihnen noch Heidi vorgesungen, welches ihnen sehr gefallen hat und Hana ihnen dann noch die erste Strophe des Lieds beibrachte.

Ein weiteres Mal waren wir sehr über die Fröhlichkeit der Kinder überrascht und gingen erfreut und glücklich nach Hause.




Die Mädchen am Dehnen...


Samstag, 29. Oktober 2011

Freitag Abend

Heute war der letzte Tag von Dr. Tom in Kambodscha, und so ging es am Abend mit der ganzen Clique zuerst in ein Khmer-Soup Restaurant. Zu Essen gab es zuerst gebratenen Reis, (wird hier oft vor jedem Essen zu sich genommen, um Magenbeschwerden vorzubeugen) danach etwas ähnliches wie Fondue Chinoise, einfach zusätzlich zur Bouillon noch ein Kohlegrill in der Mitte, wo man sich sein Fleisch anbraten konnte..Das Essen schmeckte ausgezeichnet..wie immer hier. Danach schleppten uns unsere Gehilfinnen in die legendäre Blue Chilli Bar, wo jeden Freitag und Samstag verschiedene Dragqueens ihre Shows hinlegen. Wir kamen gar nicht mehr hinaus aus dem Staunen, was sich alles vor unseren Augen abspielte. Für uns alle war es das erste Mal, dass wir sowas sahen, und wir werden es bestimmt nicht so schnell wieder vergessen ;-)



Jame, der Sohn unserer Klinikzahnärztin, ein Energiebündel

Freitag, 28. Oktober 2011

Freitag

An diesem Morgen wurden wir zusätzlich zu einer fröhlichen Dentalassistentin noch von zwei lachenden, ungeduldigen Jungs empfangen. Die zwei konnten es kaum erwarten, sich bei uns auf den Stuhl zu setzen. Das Lachen verging ihnen zwar etwas als Ihnen der Zahnstein entfernt wurde....



Meret und ihr süsser Patient



Im Verlauf vom Morgen lagen auf Hana's und Meret's Stuhl zwei Schlingel, es waren Brüder, das bemerkten wir ziemlich schnell. Hana wollte einen Zahn ziehen und setzte zuerst mal eine Spritze, dies ging noch ganz gut, als sie aber dann zur Zange griff, war der Knabe auf und davon und kam nicht mehr zurück. Nicht viel anders reagierte dessen Bruder, als Meret mit dem Ultraschall nur schon in die Nähe des Zahnes kam. Der Junge riss die Serviette weg und rannte hinaus...Etwas später erfuhren wir dann, dass die beiden aus Vietnam stammen. Dies zeigte einmal mehr wie die Kinder aus Cambodia tapfer und ruhig hinhalten, uns täglich ein Lächeln schenken und sich jeweils nach der Behandlung noch bei uns bedanken.... zumindest die gut erzogenen.



Ein Junge mit wunderschönen Zähnen, eine Ausnahme



Donnerstag, 27. Oktober 2011

Donnerstag

Heute Morgen wurden wir in der Klinik von einer übermütigen Helferin empfangen, die einen Witz nach dem anderen machte und wie ein kleines Mädchen kicherte, so fröhlich in den Tag zu starten erfreute uns alle. Meret legte heute eine Füllung nach der anderen und musste erfahren, das die eine oder andere "Hidden caries" doch grösser war als vermutet. Ohne Röntgenbilder wird man halt ab und zu überrascht. Für Pia und Hana war es ein Morgen des Scalings...einem Kind nach dem anderen wurde tonnenweise Zahnstein entfernt und da sich die Stühle leider nicht verstellen lassen, fing auch schon ganz bald der Rücken an zu schmerzen. Ein kleiner Lichtblick war für Hana, als David Hasselhoff's Stimme mit "Looking for freedom" im Radio erklang und die Rückenschmerzen etwas in den Hintergrund rückten ;-)


Wir drei, Dr. Tom und unsere Gehilfinnen

Unsere tägliche Arbeit, riesige okklusale Karies behandeln oder hoffnungslose Zähne ziehen..


3 kleine Kambodschaner ;)

Nachdem die letzte Karies behandelt war und auch der letzte Brocken Zahnstein entfernt wurde, machten wir uns auf den Weg nach Hause und von dort aus zum Tuol Sleng Museum, auch genannt Security prison 21. In diesem Gefängnis wurden in den 70-er Jahren unter Pol Pot mehr als 17`000 Frauen, Kinder und Männer gefangen gehalten, gefoltert und schliesslich auf den Killing Fields, 15km ausserhalb Phnom Penh umgebracht. Erschreckend was die Leute hier zu jener Zeit erleben mussten. Ein sehr trauriger und prägender Ausflug...
Tuol Sleng Museum


Einzelzellen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Mittwoch

Heute morgen warteten ganz besondere Kinder und Jugendliche auf uns in der Klinik, nämlich solche, die eine schlimme Vergangenheit hinter sich haben, ob körperlich oder seelisch..Auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen aber auch schön zu sehen, dass auch sie ihren Lebensmut noch nicht verloren haben und uns trotz allem noch ein Lächeln schenkten..


Nach der Arbeit ging es in die Stadt, besser gesagt in ein kleines, nettes Restaurant namens "comme ala maison" wo wir zuerst etwa 10 Minuten vor der Dessertauswahl hinter der Theke standen, und uns das Wasser Literweise im Mund zusammenlief...wir entschieden uns für eine Quiche und Salat, zum Dessert gab es Cheesecake, Passionsfruchttarte und Birnentarte.. Mit vollgeschlagenem Magen machten wir zuerst einen Verdauungsspaziergang und liessen uns mit einem TukTuk zum Boeng Kak-See fahren, wo wir anstatt einer Seepromenade mit gemütlichen Kaffees (wie uns vorher gesagt wurde) ein runtergekommenes Marihuanaviertel neben einem mit Sand aufgeschütteten See vorfanden. Das einzige was uns erwartete war ein übelriechender, abgestandener Tümpel...






So machten wir uns schnell wieder auf den Rückweg nach Hause, wo wir uns noch einen leckeren, frischen Fruchtsaft gönnten, bevor wir rechtzeitig vor dem Regen unser Guesthouse erreichten.

Montag, 24. Oktober 2011

Nachtessen mit dem Team

Erster Tag der 2. Woche und zugleich der letzte für eine Volunteer aus Australien. Dies ist ein guter Grund um mit dem Klinikteam zusammen zukommen und ein typisches Khmer Barbecue zu geniessen. kleine Apéreo Häppchen, Rindfleisch mit Ginger, Muscheln, Gemüse und Reis in grossen Mengen. Den Dipp dazu konnte man ganz nach seinem Gusto zusammenmixen: etwas Pfeffer, Limetten, Paprikaschotten und ein Bisschen Knoblauch und schon war das Fleisch sowie das Gemüse lecker gewürzt.

Half of the Team
Rindfleisch mit Ginger.......mmmmm
Dessert: Jelly mit einer Bohne ? in der Mitte eingewickelt im Bananenblatt.... eher weniger schmackhaft


Muscheln inklusive Sand aus dem Mekong. Es knirschte so richtig schön zwischen den Zähnen

Sonntag, 23. Oktober 2011

Sonntag

7.00 Uhr Morgens, Meret wälzt sich, die "Töffli" und das "Gehupe" haben sie bereits aus ihrem Schlaf gerissen. Sie begibt sich somit ins Kaffee um die Ecke, wo Sie einen frisch gepressten Fruchtsaft, einen schwarzen Kaffee und die Cambodia Daily news geniesst. Es war schon mal schwierig sich für einen dieser 20 verschiedenen Fruchtsäfte zu entscheiden. Ananas - Apfel war schlussendlich die Wahl.
Nachdem Meret mit Energie vollgetankt war, war Sie bereit ein paar Früchte auf dem Russian Market zu kaufen. Sie wollte zwar die Fische und das Fleisch meiden, denn am Morgen früh kann sie diesen Duft noch nicht leiden. Dies ging jedoch daneben, sie wählte genau denn schlimmsten Weg, welcher an Säuköpfen und lebendigen Fischen vorbei führte. Naja auch an das kann man sich gewöhnen. Leider war der Fotoapparat nicht dabei, und daher gibt es keine Fotos von Säuköpfen.

Freitag, 21. Oktober 2011

Freitag

Wir sind nun am Ende der ersten Woche, wir haben viel erlebt, gelernt und viele 3-18 jährige Kinder behandelt. Hana würde am liebsten alle adoptieren ;-)
Es war interessant für uns den Unterschied zwischen den verschiedenen Waisenhäusern zu sehen, manche Kinder hatten sehr gut gepflegte Zähne, wo wir nur Fluorid applizierten, hingegen sprang uns bei anderen die Karies förmlich ins Gesicht und wir wussten nicht genau, wo wir überhaupt beginnen sollten. Unsere Gehilfinnen entpuppten sich nebst dem assistieren auch als Elektriker, Stuhlmonteure und Coiffeusen..wenn es nichts mehr zu arbeiten gab, wurden fleissig Zöpfchen geflechtet und wir durften (mit langen oder kurzen Haaren) hinhalten. Die Stühle wurden morgens, zwischen den Patienten und abends immer wieder repariert. 
Die Stadt haben wir auch ein Bisschen besichtigt, den grössten Teil haben wir uns dieses Wochenende vorgenommen.
Sombo und S.N. am Stuhl reparieren
Nach Pia und Meret musste auch Hana zum Zöpfchenflechten hinhalten ;-)

Fleisch auf dem Russian Market

Leber auf dem Russian Market, yummi..
Alles Mögliche auf dem Russian Market



Meret und Hana geniessen die Tuk-Tuk-Fahrt

Unser Guesthouse..

Mittwoch, 19. Oktober 2011

3 Tag



Heute war unser dritter Tag an der Klinik. Wir haben uns schon langsam an den Ablauf und die verschiedenen Behandlungen gewöhnt. Auch die letzte unserer Gehilfinnen ist heute aufgetaut und so wurde neben dem Behandeln auch gesungen und gelacht. Heute war der Tag des Zähneziehens.Noch etwas  zaghaft machten wir uns daran, einen Zahn nach dem anderen zu ziehen, mit mehr oder weniger Erfolg. Zum Glück stand uns immer Dr. Tom mit Rat und Hilfe zur Seite, wenn unsere Kraft versagte, sprang er schnell ein und jeder Zahn war im Nu draussen. Während bei Hana und Pia der Morgen praktisch nur aus Extraktionen bestand, hatte Meret etwas Pech und konnte „nur“ ein Paar Füllungen machen. Etwas, was uns immer wieder erstaunt, ist, wie sich alle Kinder nach der Behandlung bei uns dafür bedanken, das kennt man in der Schweiz leider nicht. Gestern haben wir bei einem Spaziergang ein für kambodschanische Verhältnisse ziemlich modernes Gym entdeckt, wo auch Yoga, Aerobic und Massagen angeboten werden.  Da unser Rücken während dem Arbeiten leider ein Bisschen leidet, denn mit Stuhl verstellen, damit man gerade sitzen kann, ist hier nichts. Deshalb entschieden wir uns, ab und zu einen Abstecher ins Fitness zu machen, um uns und unserer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Hana und Meret nahmen sich schon gestern vor, vor dem Arbeiten ein Paar Längen schwimmen zu gehen…doch die Müdigkeit um 6 Uhr morgens überwiegte, und wir verschoben unseren Sport auf den Abend. Mal sehen, obs  morgen mit dem Frühsport klappt…

Montag, 17. Oktober 2011

Erster Tag an der Klinik

Meret
Morgens 6.45 Uhr Tagwach, Hana immer super wach :-) Gemeinsam laufen wir an die Klinik, werden dort freundlich empfangen. Nach kurzer Inspektion der Klinik ( 4 Stühle), machen wir uns noch kurz auf den Weg fürs Morgenessen... bzw fürs Kafi, denn auf Reis hatten wir keine Lust. Um 8.00 Uhr war der Empfang bereits voller süsser Kinder, die sich auch gleich ohne zu zögern auf je einen Stuhl setzten. Es war echt interessant was man da alles zu sehen bekam. Mit voller Freude gingen wir an die Arbeit. Mit je einer netten Gehilfin an unserer Seite, die uns auch immer alles Übersetzt, ist das ganze viel einfacher. Nach 4h und etlichen Kindern, war die Zeit im nu rum. Wir haben vorallem permanente 6er versiegelt und kleine Löcher geflickt, oder auch mal einen Abszess behandelt.


Empfang


Hana

Pia

Die Kinder bekamen von uns jeweils eine Zahnbürste nachdem sie so tapfer hingehalten haben,   Vielen Dank an die Firma Trisa

Samstag, 15. Oktober 2011

1st day



Ankunft

Noch etwas müde von unserem langen Flug und nach etlichem Papierkram am Flughafen, wurden wir (nicht ganz erwartungsgemäss) pünktlich am Flughafen abgeholt. Unser 100kg schweres Gepäck wurde netterweise hochgetragen und wir konnten unsere Wohnung beziehen. Als erstes kam der erste Anti-Brumm-Spray zum Einsatz, obs wirklich hilft, sei dahingestellt. Die grösste Herausforderung war die Überquerung der Strasse, ohne gleichzeitig von etlichen Scootern, Tuk-tuks und Autos überfahren zu werden. Mit ein Paar Stunden Verspätung und einer Notlandung auf einer chinesischen Insel, hat auch Meret mitten in der Nacht, oder am Morgen früh, zwischen sportlichen Kambodschanern, den Weg zu unserem Guesthouse glücklicherweise gefunden. Das Kücheninventar wurde heute auf dem russischen Markt eingekauft, das "Märten" müssen wir leider noch etwas lernen...Zu Hause angekommen, konnten wir gerade zuschauen, wie es zu regnen anfängt..da sind unsere Regenschauer in der Schweiz nur ein kleines Nieseln..Morgen wird die Stadt erkundet und am Montag fangen wir voller Vorfreude endlich an zu arbeiten.